05. September 2017

Praxisbeispiel

Weißes Gold aus der Hauptstadt: Erdgas macht's möglich

Seit 1763 entstehen in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin Edles Geschirr und feinste Dekorationsobjekte - bis zum heutigen Tag in reiner Handarbeit. Seit Ende der 1980er Jahre liefert Erdgas die nötige Hitze.

So meisterlich die Manufakturisten und Porzellanmaler in dem Berliner Traditionsunternehmen ihr schwieriges Handwerk auch beherrschen, ohne gewaltige Hitze wäre alles vergebens. Erst durch mehrere Brennvorgänge entsteht das weiße Gold. Bis zu 1.400 Grad Celsius betragen die Brenntemperaturen in den Öfen in Berlin-Tiergarten. Ungefähr 22 Stunden dauert es, bis aus dem Rohling Porzellan gebrannt ist. Dabei werden die Öfen behutsam auf die volle Temperatur aufgeheizt und am Ende des Vorgangs ebenso sanft wieder heruntergefahren. Das senkt nicht nur die Ausschussquote, sondern steigert die Energieeffizienz beträchtlich. Erdgas ist für die präzise Regulierung und die extremen Temperaturen ein idealer Energieträger. Für die Porzellan-Manufaktur ist Gas vergleichbar mit einem Rohstoff, einem unabdingbaren Betriebsmittel. Hinzu kommt die hohe Versorgungssicherheit mit Erdgas, denn die KPM muss sich darauf verlassen können, dass die Brennöfen jederzeit betriebsbereit sind.

Ein weiterer Vorteil: Erdgas verbrennt extrem sauber. So entstehen in den Öfen keine Brennrückstände, die das Porzellan verunreinigen könnten. "Beste Qualität und möglichst CO2-arme Produktion sind unsere Ansprüche", so Fertigungsleiter Dr. Carsten Glitzky.

Deshalb liefert KPM jetzt die Abwärme von vier Brennöfen in das Fernwärmesystem Berlins. Das Traditionsunternehmen möchte durch die Weiterverteilung von Restwärme aus der Porzellanproduktion die eigene Herstellung noch effizienter gestalten und zukunftsweisende Wege einschlagen.

Bislang wurde die Abwärme, die bei der Produktion entsteht, nach einer Filterung über einen Schornstein ungenutzt in die Umwelt abgegeben. In Zukunft wird das überschüssige Wärmepotenzial nutzbar gemacht. Die Brennöfen sind mit einer Wärme-Rückgewinnungsanlage gekoppelt. Immer, wenn Porzellan produziert wird, erhitzen sie dabei heißes Wasser auf rund 110 Grad Celsius. Das Heizwasser fließt an den Wärme-Übertrager der Hausübergabestation und dann als CO2-freie Wärme ins Berliner Fernwärmesystem. "Drei Porzellan-Currywurstschalen sorgen ab jetzt für eine CO2-freie heiße Dusche in Berlin", sagt Jörg Woltmann, Alleingesellschafter der KPM.

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Anlagen und Materialien

Brennöfen der historischen Ringkammerofenhalle
bei KPM
(jpg)

Quelle: KPM

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Gute Gründe für Gas in Industrie und Gewerbe