08. November 2017, Berlin

Vorschläge der EU-Kommission zu CO2-Grenzwerten für Pkw:

Verkehrssektor bei CO2-Reduktion stärker in die Pflicht nehmen

Automobilwirtschaft muss endlich attraktive emissionsarme Modelle auf den Markt bringen

„Die Automobilbranche muss endlich stärker in die Verantwortung genommen werden, damit der CO2-Ausstoß in den nächsten Jahren signifikant zurückgeht. In Deutschland liegen die CO2-Emissionen des Verkehrsbereichs derzeit nahezu genauso hoch wie im Jahr 1990. Im Unterschied dazu hat die Energiewirtschaft es geschafft, ihren CO2-Ausstoß im gleichen Zeitraum um über ein Viertel zu reduzieren. Diese Anstrengungen sollten auch im Verkehrssektor möglich sein. Es ist daher absolut notwendig, die CO2-Grenzwerte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge anzuziehen. Fraglich ist allerdings, ob die vorgeschlagene 30-Prozent-Reduktion bis 2030 gegenüber 2021 tatsächlich ausreicht, um den gewünschten Klimaschutzeffekt zu erzielen“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Positiv sei in jedem Fall, dass die EU-Kommission rasche Fortschritte bei der Verbreitung CO2-armer Antriebstechnologien wie der Elektro-, Wasserstoff- oder Erdgasmobilität erzielen wolle. Die angekündigten Fördergelder für eine europaweite Infrastruktur für alternative Kraftstoffe und die Förderung von Batterietechnologien zielten in die richtige Richtung. Hierzu Kapferer: „Bereits jetzt ist die Energiewirtschaft beim Ausbau der Lade- und Tankstelleninfrastruktur für alternative Fahrzeuge massiv in Vorleistung gegangen. Am Ende liegt die Verantwortung für die CO2-Reduktion im Verkehrssektor aber bei den Automobilher-stellern: Sie müssen endlich emissionsarme Fahrzeuge auf den Markt bringen, die sich auch eine breitere Käuferschicht leisten kann - sprich eine ordentliche Reichweite zu einem angemessenen Verkaufspreis.“

Kapferer hob auch die Potenziale von Erdgas und Bio-Erdgas für den zukünftigen Kraftstoffmix hervor: „Erdgasfahrzeuge stoßen 15 Prozent weniger CO2 als Diesel aus, mit Biogas verwendet sind es sogar über 60 Prozent weniger CO2-Emissionen. Sie produzieren nahezu keinen Feinstaub und Stickoxide.“

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Manuela Wolter
Stv. Pressesprecherin / Deputy Press Spokeswoman
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