2. DSO Fachtagung in Berlin: "Wie die Verteilnetzbetreiber die nächste Stufe der Energiewende ermöglichen"

Verteilnetzbetreiber stehen beim Umbau des Energiesystems an vorderster Front. Auf der 2. DSO Fachtagung des BDEW am 6. November 2017 in Berlin wurde den Zuhörern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft verdeutlicht, was zu den zukünftigen Aufgaben eines Verteilnetzbetreibers gehört, warum Industriekooperationen – zum Beispiel mit der Elektromobilitätsbranche – immer mehr an Bedeutung gewinnen und dass Verteilnetzbetreiber in ganz Europa vor den gleichen Herausforderungen stehen – die Energiewende ist europäisch!

Ausgehend von diesen zentralen Fragestellungen wurde die Politik aufgerufen, den Verteilnetzbetreibern die Wahrnehmung ihrer Rolle, die zukünftig am besten mit Energiesystemmanager umschrieben werden kann, durch notwendige Anpassungen des Gesetzes- und Verordnungsrahmens zu ermöglichen.

Die zurückliegende Phase der Energiewende war im Wesentlichen durch die gelungene Integration Erneuerbarer Energien geprägt. Diese Mammutaufgabe wurde von den Verteilnetzbetreibern kosteneffizient bei weiterhin konstant hoher Versorgungssicherheit bewältigt.

Die nächste Phase der Energiewende ist insbesondere durch die „3-D“-Trends – Dezentralisierung, Dekarbonisierung, Digitalisierung – geprägt. Das Generationenprojekt Energiewende ist kein rein politisches-technisches mehr, sondern wird zunehmend von Kundenwünschen und den sich mit der schnell voranschreitenden Digitalisierung bietenden Möglichkeiten auf allen Beziehungsebenen getrieben. Somit werden Endkunden bzw. Consumer zu sog. Prosumern, die aktiv Flexibilität anbieten können.

Mit Dr. Erik Landeck, Torsten Maus, Dr. Egon Westphal und Dr. Stefan Richter, Dr. Andreas Roß, Dr. Martin Konermann und Thomas Murche konnten erneut branchenweit renommierte VNB Vertreter gewonnen werden, die in den letzten Jahren maßgeblich an der Weiterentwicklung des Rollenbilds der Verteilnetzbetreiber mitgewirkt haben.

Christian Buchel (EDSO for Smart Grids), Dr. Gunnar Bärwaldt (Volkswagen AG) und Hannes Seidl (dena) bereicherten die Sicht der Verteilnetzbetreiber auf die anstehenden Herausforderungen um wertvolle Impulse aus Ihren jeweiligen Bereichen.

In Vorträgen und Podiumsdiskussionen wurde den Fragen, was die „3-D“-Trends für die Energielandschaft bedeuten, was sich hinter der Weiterentwicklung des Endkunden zum sog. Flexumer verbirgt und warum die gesetzlichen Grundsteine für die nächste Stufe der Energiewende in der kommenden Legislaturperiode gelegt werden müssen, näher auf den Grund gegangen.

Die folgenden Präsentationen von Referenten und die Videodokumentation geben Ihnen einen Einblick in die diskutierten Inhalte und die sehr konstruktive Stimmung vor Ort.

  1. Christian Buchel, Deputy-CEO und Chief Digital & International Officer (CDIO) von Enedis sowie Chairman bei EDSO for Smart Grids
    Präsentation (PDF)
  2. Egon Leo Westphal, Bayernwerk AG (Mitglied des Vorstandes)
    Präsentation (PDF)
  3. Stefan Richter, innogy SE (Leiter Regulierungsmanagement)
    Präsentation (PDF)
  4. Andreas Roß, Thüringer Energie AG (Mitglied des Vorstandes)
    Präsentation (PDF)
  5. Matin Konermann, Netze BW GmbH (Mitglied der Geschäftsführung)
    Präsentation (PDF)
  6. Erik Landeck, Stromnetz Berlin GmbH (Mitglied der Geschäftsführung)
    Präsentation (PDF)

 

 

In ihrer abschließenden Auswertung richteten sich die Vertreter der Verteilnetzbetreiber mit drei konkreten Forderungen an die Politik – damit auch die nächste Phase der Energiewende erfolgreich in den Verteilnetzen stattfinden kann:

  1. Verantwortung:
    Die steigende Verantwortung der VNB für die Systemstabilität muss stärker berücksichtigt werden (Subsidiarität). Der Austausch von Daten zwischen den Marktpartnern muss bedarfsgerecht erfolgen.
  2. Flexibilisierung:
    Die VNB müssen insb. für die effiziente Netzführung und Ausbauplanung auf Flexibilität in ihrem jeweiligen Netz – wenn möglich und sinnvoll – marktbasiert nutzen können.
  3. Digitalisierung:
    Für Netzbetreiber muss sich die volkwirtschaftlich effiziente Mischung aus Netzausbau und Nutzung von Flexibilität lohnen.
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Anlagen und Materialien

2. DSO-Fachtagung am 6.11. 2017 in Berlin

Programm (PDF)